Abstracts 2008
08.30 Eintreffen
09.30 Begrüssung und Eröffnung der Tagung
Prof. Dr. Sabina Larcher, Prorektorin Weiterbildung und Forschung, Pädagogische Hochschule Zürich (PHZH)
Kunsthaus
09.40 Wissen Sie, was sie tun?
Multimediale Präsentation der Faktenlage - was Kinder und Jugendliche so alles treiben mit ihren Hochleistungscomputern
Peter Suter und Team, PHZH

Peter Suter ist Dozent an der PHZH und dort als Trainer, Coach, Prozess- und Projektbegleiter tätig. Er konzipiert und leitet Weiterbildungen für Dozierende, Eltern, Lehrkräfte und Kader in den Bereichen Medienbildung und E-Learning.
Kunsthaus
10.00 Schule und neue Medien? - Zwei Welten für neugierige Menschen!
Prof. Dr. Daniel Süss, Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften und Universität Zürich

Kinder und Jugendliche leben und lernen in verschiedensten Welten. Sie investieren viel Herzblut in die Medienwelt, aber sie sind auch in "Real Life" neugierig und wissensdurstig unterwegs. Computer und Internet haben den Heranwachsenden Handlungsräume erschlossen, in denen sie sich oft kompetenter und sicherer fühlen als in der Schule oder an anderen pädagogisch kontrollierten Orten. Selbstsozialisation, Erziehung und Bildung stehen im Medienkontext in einem spannungsreichen Verhältnis zueinander. Es soll dargestellt werden, wie Lehrpersonen, Eltern und Jugendarbeiter mit den Medienerfahrungen und –interessen der Heranwachsenden umgehen können, um Lernprozesse und einen konstruktiven Medienumgang zu fördern.

Prof. Dr. Daniel Süss ist Professor für Medienpsychologie an der ZHAW - Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften, Departement Angewandte Psychologie und Privatdozent für Publizistikwissenschaft und Medienpädagogik an der Universität Zürich. Zuvor war er Mitarbeiter beim Schweizer Fernsehen, Bereich Bildungs- und Ratgeberprogramme und Dozent in der Lehreraus- und Fortbildung in mehreren Kantonen. Er forscht zum Schwerpunkt psychosoziale Entwicklung von Heranwachsenden und Medien.
Kunsthaus
10.55 Organisatorische Hinweise
Matthias Fuchs, PHZH, Tagungsleitung
11.00 Pause

11.30 Parallelveranstaltungen und Workshops
Kolloquium zum Referat «Schule und neue Medien? - Zwei Welten für neugierige Menschen!»
Prof. Dr. Daniel Süss,
Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften und Universität Zürich
Kolloquium
Prävention - nicht nur wichtig, sondern auch viel lustvoller!
Prof. Dr. Thomas Merz, PHZH

Wer immer nur von Krankheit spricht, fördert weder Gesundheit, noch Zufriedenheit. Auch bei Medien könnten wir uns problemlos dauernd mit Risiken und Gefahren auseinandersetzen oder Fehlentwicklungen korrigieren. Schlagzeilen von Internetsucht bis Happy slapping, Schuldenfalle bis zu Cyber- Mobbing liefern genügend Material. Diese Phänomene sind ernst zu nehmen. Wer aber nur von den Gefahren spricht, beruhigt zwar vielleicht sein Gewissen, nützt aber den Kindern und Jugendlichen noch gar nichts. Der Workshop zeigt konkrete Ideen auf, wie wir Kinder und Jugendliche in verschienen Fächern so auf die Mediengesellschaft vorbereiten können, dass sie selbst fähig werden Medien sinnvoll, kritisch, kompetent und eigenständig zu nutzen. Das bewirkt nicht nur bei Schülerinnen und Schülern mehr, sondern ist auch für Lehrpersonen befriedigender.

Prof. Dr. Thomas Merz-Abt, Leiter Fachbereich Medienbildung an der PHZH, befasst sich schwerpunktmässig mit den umfassenden Herausforderungen, die die Mediengesellschaft an Schule und Bildung stellt.
Session 1
Spuren im Internet: Welche Spuren wir hinterlassen, wie kriegt man sie wieder weg? Wie schützt man sich im Web 2.0?
Dr. Vincent Tscherter, Fachstelle Informatik,
Mittelschul- und Berufsbildungsamt des Kantons Zürich

Das Netz weiss alles über uns. Google kennt all unsere Suchanfragen. Facebook kennt jeden Film, den wir gesehen und jedes Land, das wir bereist haben. Auch jeder einzelne unserer Blog-Kommentare wird noch über Jahrzehnte bei archive.org zu finden sein. Der Workshop zeigt beispielhaft Lösungen zur Tarnung und Täuschung des eigenen Datenverkehrs und es werden Browsererweiterungen vorgestellt, welche den gierigen Datensammlern die Suppe versalzen. Den Abschluss bildet einen Einblick in die dunkle Seite der JavaScript-Welt; ohne welche das Web 2.0 still stehen würde.

Vincent Tscherter hat an der ETH Zürich Informatik studiert und promoviert. Er ist im SVIA Vorstand tätig, arbeitet für die Informatik Fachstelle des Kantons Zürich und als Informatiklehrer.
Session 2
Computerspiele - ein Selbstversuch
Ronnie Fink und Peter Suter, PHZH

Spiele gehören zum Alltag von Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern, schon seit Tausenden von Jahren. Vor rund 40 Jahren kamen mit dem Einsatz von Computern beim Spielen neue Möglichkeiten dazu. Heute sind Computerspiele ein Bestandteil unserer Kultur und haben einen festen Platz in der Mediengesellschaft. Fast genau so alt wie die Spiele sind die Bedenken von Pädagogen und Pädagoginnen gegenüber neuen Medien - Bücher töten die Phantasie, Kino, TV, Comics führen zum Zerfall unserer Kultur. Wer selbst liest, Filme im Kino geniesst oder sich Sendungen im Fernsehen ansieht, hat sich selbst ein Bild über diese Medien machen können und kann sie in einem grösseren, differenzierten Zusammenhang einordnen. Ein grosser Teil der heutigen älteren Erwachsenen steht elektronischen Spielen vielleicht deshalb kritischer gegenüber als die jüngere Generation, weil sie damit selbst kaum eigene Erfahrungen sammeln konnte.
In diesem Workshop haben sie die Gelegenheit, im Selbstversuch herausfinden, welches Genre Ihr Interesse weckt, Sie abstösst oder wider Erwarten packt.
Wir bieten Ihnen
  • einen Überblick über verschiedene Spieltypen an Computern und deren Verbreitung.
  • Computerspiele zum selber Spielen mit Unterstützung von jugendlichen Fachpersonen, unter anderem X-Box-Spiele, Wii-Bewegungsspiele, Jump and Run Spiele, Autorennen, Simulationen, World of Warcraft und Ego-Shooter.
  • Erfahrungsaustausch mit jugendlichen Spielerinnen und Spielern.
Ronnie Fink, lic phil I, arbeitet im Fachbereich Medienbildung an der PHZH als Lehrgangsleiter und Dozent im ZLG «Pädagogischer ICT-Support», als Dozent in der Ausbildung und als Erwachsenenbildner.

Peter Suter ist Dozent an der PHZH und dort als Trainer, Coach, Prozess- und Projektbegleiter tätig. Er konzipiert und leitet Weiterbildungen für Dozierende, Eltern, Lehrkräfte und Kader in den Bereichen Medienbildung und E-Learning
Workshop A
Medienbildung auf der Grund- und Unterstufe
Sonja Bäriswyl und Prof. Friederike Tilemann, PHZH

In der Strategie der EDK im Bereich von ICT vom 1.3.2007 wird in den übergeordneten Zielen verlangt, dass ICT in allen Schulstufen in den Unterricht integriert und dass die Nutzung in eine «umfassende Medienpädagogik» einzubetten ist. Für die Schulstufen Kindergarten/Grundstufe und Unterstufe bedeutet es, Grundfertigkeiten beim Umgang mit Medien zu vermitteln. Zu diesen Grundfertigkeiten gehören keineswegs nur technische Nutzungskompetenzen. Für die Kinder dieser Alterstufe steht besonders das Verstehen von Medieninhalten, die Bearbeitung von Medienerlebnissen die eigene Produktion von Medieninhalten, die Orientierung im Medienangebot, und die Kompetenz, in Grundzügen zwischen Medienrealität als gestaltete Realität bzw. Fiktion zu unterscheiden zu können, im Vordergrund. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dieser Parallelveranstaltung erhalten anhand eindrücklicher Praxisbeispiele Einblick in die spannende Medienarbeit mit Kindern im Alter von 4 bis 9 Jahren.
Session 3
«meine.schueler@irgendwo.com» - Kinder und Jugendliche in virtuellen Welten
Silvie Spiess, PHZH

MySpace, Netlog, YouTube & Co. sind virtuelle soziale Gemeinschaften, die ihren Mitgliedern eine unkomplizierte und kostenlose Plattform zur Selbstdarstellung bieten. Immer mehr Kinder und Jugendliche nutzen dieses Angebot und stellen ihr eigenes Profil ins Internet. Dabei veröffentlichen sie persönliche und teilweise heikle Fotos und Informationen über sich und ihr Umfeld, ohne sich der möglichen Gefahren bewusst zu sein. Wir gehen der Faszination dieser Social Communities auf den Grund, beschäftigen uns mit ihren Chancen und Risiken und der Rolle der Schule.

Silvie Spiess arbeitet als Medienpädagogin im Fachbereich Medienbildung an der PHZH. Sie ist ausgebildete Primarlehrerin mit langjähriger Unterrichtserfahrung und führt regelmässig Medienprojekte in Schulen durch.
Workshop B
Medienkompass - das neue Lehrmittel für die Mittel- und die Sekundarstufe 1
Prof. Dr. Daniel Ammann, PHZH

Computer, Handy, Chat, Podcast und You-Tube – Kinder und Jugendliche wachsen in einer Welt auf, die von elektronischen Medien bestimmt wird und der sich auch die Schule nicht entziehen darf. Doch wie hat eine zeitgemässe Medienbildung auszusehen? Welche Grundlagen benötigen Schülerinnen und Schüler in der heutigen Mediengesellschaft? Wie lassen sich ihre Medienerfahrungen sinnvoll aufgreifen und im Unterricht nutzbar machen? Zu diesen Fragen will das neue Lehrmittel «Medienkompass» eine praktische Orientierungshilfe geben.

Prof. Dr. Daniel Ammann hat an der Universität Zürich in Anglistik und Pädagogik abgeschlossen und ist Dozent für Medienbildung sowie Mitarbeiter des Schreibzentrums an der Pädagogischen Hochschule Zürich. Er ist Mitautor des Lehrmittels «Medienkompass» sowie weiterer Handreichungen für den integrativen Medienunterricht («Trickfilm entdecken», «Harry war hier», «Film erleben»).
Session 4
Mit Handy & Moblog das eigene Lernen beobachten: Ein Praxisbeispiel
Rolf Deubelbeiss, PHZH

Einerseits begleiten Mobiltelefone unsere Kinder und Jugendlichen ständig – andererseits beschränkt sich die pädagogische Auseinandersetzung mit dem Mobiltelefon an vielen Schulen vorerst noch auf ein blosses Verbot. Im Workshop wird anhand eines an der Sportschule Thurgau (Sek I) durchgeführten Projekts aufgezeigt, wie Handys und Moblogs als Instrumente der Selbstbeobachtung und Selbstreflexion im Unterricht eingesetzt werden können. Im Anschluss stehen Potentiale und Stolpersteine eines solchen Einsatzes zur Diskussion.

Rolf Deubelbeiss, M. A. Edu Media / Oberstufenlehrer, ist seit Sommer 2008 an der PHZH als Dozent für Medienlernen tätig. Davor arbeitete er als Schulleiter der Sportschule Thurgau und als Dozent und wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bereich Bildungsinformatik an der PHSG.
Session 5
Iconomix: Onlinematerial im Wirtschaftsunterricht
Teresa Zulli, ictgymnet

Die schweizerische Nationalbank hat im Rahmen ihres 100 jährigen Jubiläums mit Iconomix ein spannendes Bildungsangebot für die Sekundarstufe II geschaffen.
Aus dem breiten Angebot werden wir exemplarisch ein bis zwei Beispiele gemeinsam erproben. Erfahren Sie wie man spielerisch in die Theorie der komperativen Vorteile oder die komplexen Zusammenhänge der Geldpolitik einführen kann.

Teresa Zulli studierte an der Universität St. Gallen Wirtschaftspädagogik. Nach dem Studium sammelte sie zunächst bei Ernst & Young AG und Crealogix Erfahrungen in der Privatwirtschaft. Seit 2002 unterrichtet sie an der Kantonsschule Büelrain die Fächer Wirtschaft & Recht und Informatikanwendungen. Daneben engagiert sie sich für die Integration von Informations- und Kommunikationstechnologien im Fachunterricht und hat seit Januar 2008 bei der WBZ die Leitung von ictgymnet übernommen.
Session 6
12.30 Mittagessen

13.45 Parallelveranstaltungen und Workshops
«Ich im Internet» Jugendliche Identitätsdarstellung zwischen Spiel und Ernst - eine pädagogische Betrachtung
Prof. Friederike Tilemann, PHZH

Jugendliche nutzen die Möglichkeiten des Internets: Zur Selbstdarstellung, zur Erprobung, zum kreativen Wettstreit. Hier sind sie offenherzig und kommunikativ, mutig, sozial - manchmal unbedarft, aber auch verletzend und nicht immer in der Lage, mit den problematischen Seiten des Internets angemessen umzugehen.
Diese Ambivalenzen beleuchtet das Referat. Anhand konkreter Beispiele sollen Wege skizziert werden, wie Identitätsdarstellung und –entwicklung anhand der Chancen und Gefahren dieser Mediennutzung als Aufgabe der Pädagogik verstanden und genutzt werden kann.

Prof. Friederike Tilemann ist Dozentin für Medienbildung an der PHZH, Erziehungswissenschaftlerin, Mitglied im Bundesvorstand der "Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur" (GMK), Mitbegründerin des «Blickwechsel - Verein für Medien- und Kulturpädagogik», Beirätin bei «merz/medien+erziehung. Zeitschrift für Medienpädagogik», Mitautorin des Lehrmittels «Medienkompass»,« Mitbegründerin und Partnerin bei "SoVal - Netzwerk für Beratung, Lernen und Entwicklung", Spielleiterin im "Szenischen Spiel und Theater als Lernform"
Session 7
Fluch oder Segen? Wie Eltern zum Internetkonsum ihrer Kinder stehen
Eveline Hipeli, Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften

Neue Medien und ihre vor- und nachteiligen Wirkungen auf Kinder und Jugendliche sind in aller Munde. Ihre Beliebtheit bei Jung und Alt hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Das Internet steht bei Jugendlichen bereits an der Spitze der favorisierten Medien und hat sogar das ehemalige Leitmedium Fernsehen auf die Plätze verwiesen. Kaum ein Haushalt, in dem sich kein Computer mit Internetanschluss findet und kaum ein Elternteil, der sich nicht schon gefragt hat, wie sich der Aufenthalt in der virtuellen Internetwelt wohl auf sein Kind auswirkt. Dieser Workshop behandelt die Internetnutzung von Kindern und Jugendlichen und widmet sich dem Begriff der Internetkompetenz. Es wird aufgezeigt, welche subjektiven Internettheorien, sprich Einstellungen Eltern äussern, wenn ihre Kinder das Internet nutzen. Dabei kommt auch die Schule als Ort der Internetnutzung zur Sprache und Chancen und Risiken werden gemeinsam erörtert.

lic. phil. Eveline Hipeli, Doktorandin und wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) und dem Schweizerischen Institut für Kinder- und Jugendmedien (SIKJM).
Session 8
E-Tools zur Vernetzung im Schulteam und zur Kommunikation nach aussen
Jürg Fraefel, PHZH

Web 2.0-Anwendungen eignen sich zur Vernetzung von Schulteams und zur Kommunikation mit dem schulischen Umfeld. Sie erhalten in diesem Workshop einen Überblick über im Internet angebotene E-Tools und wie diese zur Arbeitsorganisation und als Wissensinstrumente im Team eingesetzt werden können. Der Workshop zeigt auf, welche Funktionen diese Dienste zur Organisationskommunikation übernehmen können und was Sie zur erfolgreichen Einführung beachten müssen. Sie können einige dieser E-Tools erproben.

Jürg Fraefel ist Dozent im Fachbereich Medienbildung an der Pädagogischen Hochschule Zürich und Organisationsberater BSO. Zu seinen Schwerpunktthemen gehören Wissensmanagement, pädagogische ICT-Konzeption und schulisches Medienprofil.
Workshop C
Schlaumäuse - Kinder entdecken die Sprache
Sonja Bäriswyl, PHZH

Der Vorschulbereich ist im Umbruch und verändert sich. Ansprüche und schulische Lernziele werden in den Kindergarten hinein getragen. Frühkindliche Förderung bereits in Krippe und Hort sowie der Beginn mit Integrationsbemühungen schon im Vorschulalter werden in der Schweiz diskutiert und projektiert. All dies soll mit den geeigneten didaktischen Methoden unterstützt werden. Nachdem die «Schlaumäuse-Initiative» sich in Deutschland und Österreich zu einem grossen Erfolg entwickelt hat, beginnt nun auch in der Schweiz die Bildungsinitiative «Schlaumäuse – Kinder entdecken Sprache!» Damit engagiert sich Microsoft Schweiz im Rahmen seiner Bildungsinitiative Partners in Learning für die sprachliche Kompetenz von Kindern im Vorschulalter. Das pädagogische Konzept der «Schlaumäuse-Software» unterstützt das freie, selbstbestimmte, entfaltende Lernen. Auf spielerische Weise machen Kinder auch Erfahrungen, den Computer sinnvoll zu nutzen. Im Workshop erhalten Sie Einblick in die Schlaumäuse Software. Sie erhalten Informationen zu Ziel, Teilnahme und Partner der Schlaumäuse-Initiative.

Sonja Bäriswyl arbeitet als Dozentin im Fachbereich Medienbildung an der PHZH. Sie ist ausgebildete Primarlehrerin mit langjähriger Unterrichtserfahrung.
Workshop D
CompiSternli - Kinder unterrichten am Computer
Rahel Tschopp, Davos

Das Projekt CompiSternli dreht den Spiess um und macht Kinder zu Lehrenden: CompiSternli-Kinder bringen älteren Personen die Computergrundlagen bei. Die Kinder selber werden von Jugendlichen und Erwachsenen auf ihre Arbeit vorbereitet. Jede beteiligte Person übernimmt möglichst viel Verantwortung für das Projekt. Im Workshop stellen CompiSternli-Kinder und ein jugendlicher Gruppenleiter die Arbeit aus ihrer Perspektive vor.

Rahel Tschopp ist als Schulische Heilpädagogin in Davos Platz tätig. Vorher arbeitete sie während mehreren Jahren als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der PHZH und am Pestalozzianum im Bereich Medienbildung. Im Bündnerland gibt sie mit der CompiSchule didaktische- und methodische Computerkurse für Lehrpersonen.
Session 9
Chat - Geplauder im Internet: Einblick in den Medienkompass 1
Flurin Senn, PHZH

Viele Kinder haben heute bereits Chaterfahrung. Sie nutzen das Instant Messaging, um mit ihren Freundinnen und Freunden zu kommunizieren und loggen sich in öffentliche Chaträume ein. Die Kinder müssen den (medien)kompetenten Umgang mit virtuellen Räumen aber erst erlernen. Oftmals gehen sie mit persönlichen Informationen leichtfertig um und sind sich möglicher Gefahren meist nicht bewusst. Viele Erwachsene stehen dieser Kommunikationsform skeptisch gegenüber. Für sie sind Chatbeiträge von aussen betrachtet weitgehend oberflächlich und banal. Handelt es sich beim Chatten wirklich nur um belangloses Geplauder oder steckt mehr dahinter? Die Einheit «Chat – Geplauder im Internet» aus dem Medienkompass 1 befasst sich mit dieser Frage. Die Kinder werden auf Chancen und Risiken virtueller Räume sensibilisiert und lernen wichtige Verhaltensregeln für die Onlinekommunikation kennen.

Flurin Senn arbeitet als Dozent für Medienbildung an der Pädagogischen Hochschule Zürich und ist Co- Autor des Lehrmittels Medienkompass. Er hat an der Universität Zürich in Pädagogik, Publizistikwissenschaft und Filmwissenschaft abgeschlossen und blickt auf eine mehrjährige Berufserfahrung auf der Primar- und Sekundarstufe zurück.
Workshop E
Spass, Unfug und Verbrechen: Einblick in den Medienkompass 2
Urs Ingold, PHZH

Jugendliche fotografieren und filmen einander mit Handykameras und stellen die Aufnahmen ins Internet. Was oft nur zum Spass geschieht, kann rasch in Missbrauch umkippen. Die Opfer werden durch die mediale Darstellung blossgestellt, gedemütigt und belästigt. Die Einheit «Spass, Unfug und Verbrechen» aus dem Lehrmittel Medienkompass 2 für die Sekundarstufe zeigt, wie Jugendliche für die Persönlichkeitsrechte und die Privatsphäre in einem medial geprägten Alltag sensibilisiert werden können. Die Jugendlichen sollen erkennen, dass nicht alles, was nicht ausdrücklich verboten ist, ethisch auch verantwortbar ist. Jugendgefährdende und illegale Inhalte im Internet, auf Mobiltelefonen und in anderen Medien sind ein weiterer Aspekt dieser Einheit.

Urs Ingold arbeitet als wissenschaftlicher Mitarbeiter der Pädagogischen Hochschule Zürich in der Weiterbildung von Lehrpersonen und im Bereich ELearning. Er ist Projektleiter und Co-Autor des Lehrmittels Medienkompass. Als ausgebildeter Sekundarlehrer hat er verschiedene Lernsoftware und ICTLehrmittel für die Volksschule mitentwickelt.
Workshop F
Was ist eigentlich Informatik?
Dr. Beate Kuhnt, Institut für Informatik, Universität Zürich

Die Anwendungen der Informationstechnologie in der Schule haben die Informatik als Fach in den Hintergrund gedrängt. Oft liegt bei vielen Schüler/ innen und Lehrpersonen ein diffuses Verständnis vor: Wenn ich eine Versuchsreihe mit einem Tabellekalkulationsprogramm auswerte oder eine Recherche im Internet vornehme – ist das Informatik? Der Beitrag will unterscheiden zwischen den Anwendungen des Computers im Unterricht und den grundlegenden Konzepten der Informatik, ohne die der Einsatz nicht denkbar wäre. Dabei wollen wir diskutieren, welche Grundkonzepte der Informatik für das Verständnis von Anwenderprogrammen förderlich sind, wie diese in den Unterricht einfliessen können und welchen Stellenwert das neue Ergänzungsfach Informatik im Gymnasium haben sollte. In der Session wechseln sich fachliche Inputs mit erfahrungsbasierten Interaktionen ab.

Beate Kuhnt ist als Informatikerin am Institut für Informatik der Universität Zürich in der Forschung und Weiterbildung tätig. Seit 2007 fungiert sie als Projektleiterin für das FIT-Projekt der Hasler Stiftung «Ergänzungsfach Informatik an Gymnasien"»
Session 10
Medien und ICT an Mittelschulen: Beobachtungen und Feststellungen
Jacqueline Peter, Schweizerische Zentralstelle für die Weiterbildung der Mittelschullehrpersonen

Die Mittelschulen sind durch das Maturitätsanerkennungsreglement (MAR95) verpflichtet, "Informatik als Instrument in den einzelnen Fachunterricht zu integrieren" (Rahmenlehrplan, S.25). Die WBZ CPS nahm dieses Thema in der diesjährigen Preisausschreibung auf und wollte von den Schulen wissen, wie diese die Herausforderung der ICT-Integration in den Sach- /Fachunterricht angegangen sind. Die eingereichten Dossiers ergeben zwar keine repräsentative Bestandesaufnahme, sie lassen aber Rückschlüsse über Gelingensbedingungen und Stolpersteine zu, welche in dieser Session Ausgangspunkt zu Thesen rund um das "wie weiter" sein werden.

Jacqueline Peter, Vizedirektorin der WBZ CPS, ist ausgebildete Romanistin mit Zusatzausbildung in Informatik. Zuvor unterrichtete sie an der KS Küsnacht, war an der PHZH tätig und leitete das Netzwerk ictgymnet.
Session 11
14.45 Pause

15.00 Web 3.0 - Was erwartet uns da?
Referent angefragt
Kunsthaus
15.40 Was wollt ihr denn? Es tut sich ja was!
Prof. Dr. Thomas Merz, PHZH

Dass sich die (Medien-)Welt in rasendem Tempo verändert, ist längst eine Platitüde. Und doch ist die Schule weit davon entfernt, diese Herausforderung angemessen zu bewältigen. Thomas Merz macht sich pointierte Gedanken zur unendlichen Langsamkeit und zu längst fälligen Schritten.

Prof. Dr. Thomas Merz-Abt, Leiter Fachbereich Medienbildung an der PHZH, befasst sich schwerpunktmässig mit den umfassenden Herausforderungen, die die Mediengesellschaft an Schule und Bildung stellt.
Kunsthaus
16.00 Schluss der Tagung mit anschliessendem Aperitif Kunsthaus
Letzte Änderung: 22.09.2008